PD Dr. Julia Burbulla forscht zu den Bedingungen, unter denen zukunftsrelevante Kompetenzen in organisationalen und räumlichen Transformationsprozessen entstehen – und warum Wissenstransfer allein dafür nicht ausreicht.
Aktuelle Transformationsprozesse verschieben die Grundlagen von Arbeit und Lernen fundamental. Digitalisierung, neue Arbeitsformen und wachsende Anforderungen an organisationale Wandlungsfähigkeit erzeugen eine strukturelle Lücke: zwischen dem, was Organisationen wissen – und dem, was sie können. Nicht Wissensbestände, sondern Handlungsrepertoires unter Unsicherheit entscheiden über Zukunftsfähigkeit. Im Zentrum von Burbullas Forschung steht deshalb die Frage, wie Kompetenzentwicklung – verstanden als verkörperte, kontextgebundene Praxis des Lernens und Arbeitens – in komplexen Transformationskontexten wirksam wird.
Ihre Arbeit situiert sich an der Schnittstelle von Transformationsforschung, Organisationstheorie und Raumforschung. Sie untersucht, wie räumliche und organisationale Strukturen Kompetenzentwicklung ermöglichen oder blockieren, welche Lern- und Arbeitsformate tatsächlich Können erzeugen – und was Organisationen bereit sein müssen loszulassen, um wandlungsfähig zu bleiben. Dabei entwickelt sie analytische Zugänge, die über Einzeldisziplinen hinausreichen und wissenschaftliche Präzision mit gestaltungsorientierter Praxis verbinden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Analyse von Schwellenphasen – historischen wie gegenwärtigen Sattelzeiten –, in denen bestehende Ordnungen von Wissen, Raum und Organisation stark unter Druck geraten und neu konfiguriert werden müssen. Transformation wird dabei nicht als linearer Entwicklungspfad verstanden, sondern als struktureller Prozess, der neue Formen des Lernens, Arbeitens und Könnens hervorbringt.
Thematische Schwerpunkte umfassen Future Skills und Kompetenzentwicklung, organisationale Wandlungsfähigkeit, Wissenskuratierung und Wissenstransfer, Lern- und Arbeitswelten der Zukunft sowie die räumlichen Bedingungen organisationaler Praxis.
Julia Burbulla ist habilitierte Wissenschaftlerin an der Universität Bern im Bereich Architektur-, Raum- und Wissensforschung. Sie leitete zahlreiche Forschungs- und Entwicklungsprojekte und war Mitbegründerin der internationalen Publikationsreihe Nature, Science and the Arts (2010–2020). Ihre Forschungstätigkeit umfasst internationale Forschungsaufenthalte sowie Kooperationen in Europa und den USA.
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