About
Julia Burbulla (*1971) arbeitet seit zwei Dekaden inter- und transdisziplinär an einer zentralen Frage der Gegenwart: Unter welchen räumlichen, organisationalen und methodischen Bedingungen entwickeln Individuen und Organisationen die Kompetenz, sich grundlegend zu verändern – und was müssen Umfeld, Struktur und Gestaltung dafür bereitstellen?
Ihre Expertise verbindet Transformationsforschung, Architektur- und Raumtheorie sowie die Analyse organisationaler Lern- und Wissensprozesse – angesiedelt an der Schnittstelle von Wissenschaft und gestaltungsorientierter Praxis.
Julia Burbulla studierte Architekturgeschichte und -wissenschaft (Fachbereich Kunstgeschichte), Philosophie sowie Neuere Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (Magister, 2001). 2008 promovierte sie an der Universität Bern mit einer Arbeit zur Verbindung von Physik und Ästhetik in der Landschaftsarchitektur. 2014 habilitierte sie sich ebenda mit einer Arbeit zum Spatial Turn – der raumtheoretischen Neuausrichtung, die Raum nicht als Behälter, sondern als konstitutive Bedingung von Wissen, Praxis und Organisation begreift. Ihre hochschuldidaktische und forschungsmanageriale Qualifikation vertiefte sie durch Weiterbildungen in Higher Didactics sowie Management of Research am Institut Longlife Learning der Universität Bern.
Nach dem Magister war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Forschungsgruppenleiterin an der Hochschule für Technik Rapperswil (Schweiz) tätig. Von 2011 bis 2012 forschte sie als Postdoktorandin im interdisziplinären Exzellenzcluster Languages of Emotion in Berlin (Freie Universität, Humboldt-Universität, Max-Planck-Gesellschaft) – einem Kontext, der die Verbindung von kognitiver, räumlicher und verkörperter Erfahrung als Forschungsgegenstand schärfte. Seit 2014 lehrt und forscht sie an der Universität Bern.
Sie leitete und bearbeitete zahlreiche Forschungsprojekte, gefördert u. a. durch den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und die Innosuisse – Schweizerische Agentur für Innovationsförderung.
Parallel zur wissenschaftlichen Tätigkeit war sie in musealen Kontexten tätig – am Wilhelm-Lehmbruck-Museum Duisburg sowie in der Sammlung Ludwig Oberhausen/Köln –, wo sie kuratorische Praxis und Wissensvermittlung als eigenständige Felder bearbeitete. Diese Erfahrung prägt bis heute ihr Verständnis davon, wie Wissen institutionell aufbereitet, selektiert und für unterschiedliche Publika zugänglich gemacht wird – eine Kompetenz, die in ihrer heutigen Beratungsarbeit als Wissenskuratierung in Organisationen weitergeführt wird.
Der transdisziplinäre Teil ihrer Arbeit umfasst Kooperationen mit Design- und Architekturbüros, Unternehmen, öffentlichen Verwaltungen und Forschungseinrichtungen. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen zur Entwicklung zukunftsrelevanter Skills, zur Gestaltung wirksamer Lern- und Arbeitsumgebungen sowie zur organisationalen Wandlungsfähigkeit in Transformationsprozessen – adressiert nicht durch Wissensvermittlung im klassischen Sinn, sondern durch die Analyse und Gestaltung der Bedingungen, unter denen Können entsteht.
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